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Bildung und Erziehung in unserer Kinderkrippe

Das Bayerische Kindertagesstätten- und Bildungsgesetz als Grundlage unserer Arbeit

 

Artikel 13

Grundsätze für die Bildungs- und Erziehungsarbeit in förderfähigen Kindertageseinrichtungen; Bildungs- und Erziehungsziele
  • Das pädagogische Personal in förderfähigen Kindertageseinrichtungen hat die Kinder in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu unterstützen, mit dem Ziel, zusammen mit den Eltern den Kindern die hierzu notwendigen Basiskompetenzen zu vermitteln. Dazu zählen beispielsweise positives Selbstwertgefühl, Problemlösefähigkeit, lernmethodische Kompetenz, Verantwortungsübernahme sowie Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit.
  • Das pädagogische Personal in förderfähigen Kindertageseinrichtungen hat die Kinder ganzheitlich zu bilden und zu erziehen und auf deren Integrationsfähigkeit hinzuwirken. Der Entwicklungsverlauf des Kindes ist zu beachten.
  • Das Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen legt Bildungs- und Erziehungsziele für förderfähige Kindertageseinrichtungen in der Ausführungsverordnung fest.

 

Die genannten Ziele wollen wir mit einer ganzheitlichen, individuellen und ressourcenorientierten Förderung der Kinder erreichen. Unsere pädagogische Arbeit ist sehr vielfältig und so unterscheiden wir im Folgenen zwischen den einzelnen Förderbereichen.

Werte

Das Kind erhält die Möglichkeit in der Begegnung mit lebensnahen Wertesystemen eigene Standpunkte zu finden, sowie Wertschätzung und Offenheit gegenüber anderen zu entwickeln. Dies geschieht bei uns durch:

  • Mitverantwortung
  • Konfliktbegleitung
  • Lernen von Höflichkeitsformen
  • Respekt und Wertschätzung
  • Raum zum Experimentieren
  • Ressourcenförderung
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Vermittlung von Regeln und Grenzen
Emotionalität

Emotionale Kompetenzen sind Voraussetzungen, dass ein Kind lernt, sich in die soziale Gemeinschaft zu integrieren. Die Kinder entwickeln eine eigene Emotionalität und lernen Gefühle und Befindlichkeiten anderer Kinder wahrzunehmen durch:

  • Kennenlernen von eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Gefühlen
  • Verbalisierung der unterschiedlichen Gefühle seitens der PädagogInnen
  • Bennenung von eigenen Gefühlen
  • Akzeptanz von Grenzen und Meinungen anderer Kinder
Soziale Beziehungen

Die Krippe ist für Kinder ein neutrales Erfahrungsfeld für das Schließen von Freundschaften mit anderen Kindern, von Nähe und Vertrautheit, aber auch von Neid und Eifersucht. Die Kinder dürfen selbst entscheiden, mit wem sie wann spielen, auch über die eigene Gruppe hinaus. Doch nicht  nur zu anderen Kindern bauen sie Beziehungen auf, sondern auch zu den ErzieherInnen. Durch die Eingewöhnung nach dem Berliner Modell hat jedes Kind eine vertraute Bezugsperson und zudem auch noch Ansprechpartner aus den anderen Gruppen. Für soziale Beziehungen bieten sich viele verschiedene Erfahrungsräume:

  • Alltagsgeschehen der eigenen Gruppe
  • gruppenübergreifende Aktivitäten
  • Früh- und Spätdienst
  • Mittagszeit
  • Vorkindergarten
Konfliktfähigkeit

Konflikte gehören zum Alltag. Sie sind Ausdruck widerstreitender Bedürfnisse und Interessen und somit Bestandteil der Kommunikation. Die Kinder erwerben die Fähigkeit des Verständnisses und der Rücksichtnahme auf andere Kinder durch:

  • pädagogische Begleitung von Konflikten

  • Austragen von Konflikten

  • Kompromisse finden und schließen

Sprache

Sprachkompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für die Teilnahme am täglichen gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Die Förderung der Sprache ist besonders im Kleinkindalter essenziell. Spielerisch werden verschiedene Förderungsmöglichkeiten in den Krippenalltag eingebunden, Rituale werden begleitet und im täglichen Morgenkreis Neues erlernt und wiederholt. Bei Situationen wie zum Beispiel der gemeinsamen Brotzeit werden Gelegenheiten genutzt, um zum Gespräch anzuregen. Weitere Maßnahmen sind beispielsweise:

  • Lege-/Geschichten
  • Geschichtensäckchen
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Klanggeschichten
  • Kniereiter
  • Lieder
  • Reime
  • Gedichte
  • Fingerspiele
Mathematik

Das mathematische Verständnis wird bereits in der Kinderkrippe in Form von Spielen langsam angeregt. Denn bereits in der Welt unserer Kinder spielt Mathematik eine große, oft unbewusste Rolle. In Form von Geometrie, Formen, Zahlen und Mengen lässt sich Mathematik überall entdecken:

  • Spielerisches Näherbringen von Zahlen in Form von Kinder oder Gegenstände zählen im Morgenkreis
  • Umgang mit Mengenangaben, zum Beispiel „viel“ und „wenig“
  • Abwiegen und Messen von Zutaten beim Backen
  • Spielerisches Erfassen geometrischer Formen und sortieren, wie beispielsweise Steckspiele mit Formen und geformte Bauklötze
  • Dimensionales Denken fördern, zum Beispiel mit Bauklötzen in die Höhe und Weite bauen
  • Erkennen und Herstellen von Figuren und Mustern beim Formen von Knete oder Malen mit Fingerfarben
Umwelt

Umweltbildung und –erziehung sind auch in jungen Jahren bereits von sehr großer Bedeutung. Erlebnisse mit Tieren und Pflanzen sowie die Begegnung mit der Natur regen die Fantasie und die Kreativität der Kinder an. Sie erfahren die Umwelt mit allen Sinnen und entwickeln gleichzeitig ein Umweltbewusstsein durch folgende Aktivitäten:

  • Natürliche Lebensbedingungen von Tieren in ihrem Lebensraum kennenlernen, zum Beispiel Katzen beobachten, Vögel im Baum entdecken
  • Naturmaterialien wie Blätter, Blüten, Früchte, Holz usw. kennenlernen
  • Abfallstoffe erkennen und diese entsorgen, indem beispielsweise Taschentücher nach Verwendung in den Mülleimer gebracht werden
  • Ausflüge in die Natur, zum Beispiel bei einem Spaziergang durch den Wald
Naturwissenschaft

Kinder zeigen großes Forschungsinteresse. Sie sind bestrebt nachzuforschen und herauszufinden „warum das so ist“ oder „wie etwas funktioniert“. Die Freude am Beobachten, am Erforschen und am Experimentieren spielt eine große Rolle in der Welt der Kleinkinder. Daher bieten wir ihnen viele unterschiedliche Wege an ihrer Neugier nachzugehen:

  • Kennenlernen von verschiedenen Eigenschaften der Stoffe wie Flüssigkeiten, Gase und feste Körper
  • Einfache Größen-, Längen-, Gewichts- und Temperaturangaben feststellen, zum Beispiel groß-klein, lang-kurz, warm-kalt
  • Verschiedene Naturmaterialien sammeln und benennen, beispielsweise Blätter, Eicheln, Steine und Blumen
  • Veränderungen in der Natur wie Wetter, Jahreszeit, Naturkreisläufe durch Gespräche im Morgenkreis kennenlernen, gemeinsam die Wetteruhr einstellen oder Experimente durchführen
Ästhetik und Kunst

Kreativität ist die Fähigkeit, im Denken neue, auch unerwartete und überraschende Wege zu gehen. Sie kommt allen Menschen zu. Die Kreativität von Kindern stärken heißt auch, ihnen die Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu ermöglichen. Wir bieten den Kindern einen großen Freiraum zur Entfaltung und Erfahrung ihrer Kreativität durch:

  • Freies, ungezwungenes Gestalten
  • Sinnesanregungen durch verschiedene Materialien
  • Vielfältige Techniken zur kreativen Gestaltung
  • unterschiedliche Farben

Die Wertschätzung ist uns hierbei besonders wichtig, weshalb wir jedes Kunstwerk für alle sichtbar aufhängen.

Musik

In der Krippe legen wir großen Wert auf Musik. Wir nutzen das Singen, Klatschen und Spielen von Instrumenten zur:

  • Förderung der Sprache
  • Untermalung / Verstärkung eines Themas
  • Beruhigung und Entspannung in unruhigen Situationen
  • Zeitüberbrückung
  • Verdeutlichung des Tagesablaufs
  • Experimentieren mit Musikinstrumenten zur Förderung der Musikalität und des Rhythmusgefühls
Motorik

„Das Kind, das sich Geschicklichkeit und Wendigkeit angeeignet hat, fühlt sich stark, gewinnt an Selbstvertrauen und traut sich so an neue Aufgaben heran.“ (Maria Montessori)

Das Kind hat Freude daran, sich zu bewegen, sich gesundheitsbewusst zu ernähren und erlangt zunehmend Sicherheit in seiner Körperbeherrschung und in seinem Selbstwertgefühl.
Eine zusätzliche Aufgabe, das Kind stark zu machen, ist es, die Gesundheit des Kindes zu stärken. Darunter versteht man den Zustand von körperlichem, seelischem, geistigem und sozialem Wohlbefinden (Salutogenese - kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „Gesundheitsentstehung“). Dabei wird Gesundheit nicht als Zustand verstanden sondern als ein veränderlicher Prozess.
Wir wollen diese Ziele erreichen durch:

  • Ausflüge in den Wald
  • Bewegungsspiele
  • Tänze
  • Anregende und fordernde Gestaltung der Räume
  • Vielseitige Bewegungs- und Erkundungsmöglichkeiten im Garten
Sauberkeitserziehung

Das Kind erwirbt bei uns Fertigkeiten zur Pflege des eigenen Körpers. Wir achten auch darauf, dass das Kind witterungsentsprechende Kleidung anzieht. Uns ist wichtig, dass die Kinder viel selbst tun dürfen und wir nur als helfende Hand dienen. Deshalb begleiten wir viele Tätigkeiten, wie zum Beispiel:

  • Händewaschen
  • Nase putzen
  • Mund abwischen
  • An- und Ausziehen
  • Toilettengang
  • Eincremen (mit Sonnencreme)

Ein großer Bereich der Sauberkeitserziehung in der Krippe ist das sogenannte "Trockenwerden". Dieser Prozess ist sehr individuell und deshalb mit viel Absprachen und Rückmeldungen mit und an die Eltern verbunden. Uns ist besonders wichtig die Kinder und Eltern nicht unter Druck zu setzten und den Verlauf jedes Kindes einzeln zu begleiten und zu unterstützen.

Ernährung

Bei der Ernährung erleben wir gesundes Essen als Genuss. Donnerstags bereiten wir unsere gesunde Brotzeit vor, am Freitag bieten wir eine Müslipause an. Ebenso achten wir auf zuckerfreie Getränke und sehr zuckerarme Mahlzeiten. Bei den Zwischenmahlzeiten schneiden wir immer frisches Obst und Gemüse auf.

 

Partizipation

Partizipation bedeutet Beteiligung im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmtung. Dadurch lernen Kinder ihre Bedürfnisse zu äußern und auch die Bedürfnisse Anderer wahrzunehmen. Sie fühlen sich bei Entscheidungen ernstgenommen und erleben bereits Demokratie. Bei uns in der Kinderkrippe dürfen die Kinder beispielsweise mitentscheiden ob wir in den Garten oder in den Wald gehen, ob sie lieber Wasser oder Tee trinken wollen oder welches Lied wir im Morgenkreis singen.